Kaminofen kaufen: Darauf solltest du achten
Die meisten Leute suchen ihren Kaminofen nach der Optik aus. Das ist verständlich, aber ob du am Ende zufrieden bist, hängt an ein paar ziemlich unromantischen Fragen. Die solltest du geklärt haben, bevor du bestellst.
Zuerst den Schornsteinfeger anrufen
Klingt nach Umweg, spart aber Ärger. Dein Bezirksschornsteinfeger weiß, welchen Querschnitt dein Schornstein hat, wie viel Förderdruck er schafft und ob schon eine andere Feuerstätte dranhängt. Davon hängt ab, welche Öfen überhaupt infrage kommen. Außerdem muss er den Ofen vor dem ersten Anheizen abnehmen, du hast also sowieso mit ihm zu tun.
Auf unseren Produktseiten findest du Rauchrohr-Durchmesser und Anschlussrichtung (oben oder hinten). Den nötigen Förderdruck geben leider nur wenige Anbieter an.
Lieber etwas zu klein als zu groß
Ein zu großer Ofen läuft fast immer gedrosselt. Das Holz verbrennt dann schlecht, die Scheibe rußt zu, und im Wohnzimmer hat es trotzdem 26 Grad. Für ein normales Wohnzimmer mit 30 bis 40 m² reichen je nach Dämmung meist 4 bis 8 kW. Wie viel es bei dir ungefähr sein sollte, zeigt der Leistungsrechner.
Stahl oder Stein?
Ein Stahlofen ist schnell warm, leicht und in der Regel günstiger. Geht das Feuer aus, wird es allerdings auch schnell wieder kühl.
Mit einer Verkleidung aus Speckstein, Naturstein, Sandstein oder Keramik ist es umgekehrt: Der Ofen braucht länger, bis er Wärme abgibt, hält sie dafür aber noch eine ganze Weile, nachdem das Holz heruntergebrannt ist. Speichersteine im Brennraum verstärken diesen Effekt. Ob ein Ofen welche hat, steht bei uns am Produkt, sofern es angegeben ist.
Steinöfen sind schwer. Ab etwa 150 kg lohnt es sich, die Tragfähigkeit des Bodens prüfen zu lassen, bei einer Holzbalkendecke auch schon darunter.
Woher kommt die Verbrennungsluft?
In einem älteren Haus zieht der Ofen seine Luft einfach aus dem Raum. In einem gut gedämmten Haus mit dichten Fenstern oder einer Lüftungsanlage funktioniert das nicht mehr zuverlässig. Dann brauchst du einen Ofen mit externer Verbrennungsluftzufuhr. Läuft gleichzeitig eine Lüftungsanlage oder eine Dunstabzugshaube mit Abluft, verlangt der Schornsteinfeger oft noch eine Sicherheitseinrichtung, zum Beispiel einen Differenzdruckwächter.
Passt der Ofen an den geplanten Platz?
Jeder Ofen braucht Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen, nach vorne, zur Seite und nach hinten. Die Werte stehen auf dem Typenschild und in der Aufstellanleitung. Liegt vor dem Ofen Holz, Laminat oder Teppich, brauchst du außerdem eine Funkenschutzplatte. Wo wir die Abstände kennen, stehen sie beim Ofen. Wo nicht, schreiben wir das dazu.
Die Pflicht: BImSchV Stufe 2
Neue Kaminöfen müssen die Grenzwerte der 1. BImSchV Stufe 2 einhalten, also höchstens 0,04 g/m³ Staub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid. Dazu kommt ein Mindestwirkungsgrad, je nach Bauart 70 bis 75 %. Lass dir dafür einen Nachweis geben. Was genau gilt, steht in BImSchV Stufe 2 erklärt.
Checkliste vor der Bestellung
- Mit dem Schornsteinfeger gesprochen: Querschnitt, Förderdruck, andere Feuerstätten?
- Leistung passt zur Fläche und ist nicht größer als nötig?
- Rauchrohr-Durchmesser und Anschlussrichtung passen zum Schornstein?
- Externe Luftzufuhr nötig, und hat der Ofen einen Anschluss dafür?
- Abstände am geplanten Platz einhaltbar, Boden trägt das Gewicht?
- Nachweis für BImSchV Stufe 2 liegt vor?
Wenn du das beisammen hast, kannst du die lieferbaren Öfen gezielt danach filtern.